Weil ich gerade möchte ...

Veröffentlicht am 12. Juli 2026 um 20:45

Gerade möchte ich schreiben, aber ich weiß nicht, was.

Ich möchte einfach nur ich sein – und schon sprießen mir die nächsten Projektideen in den Sinn. Und immer wieder merke ich: Je weniger Gedanken ich mir um den Prozess mache, desto leichter fällt es mir, mich dranzusetzen. Es ist, als müsste ein AUS-Knopf gedrückt werden – ein Knopf, der das, was mir der kreative Prozess beigebracht hat, für einen Moment ausblendet. Denn so funktioniere ich nicht.

Gefühle kann man nicht planen, und aus ihnen entsteht alles, was ich tue. Es muss sich richtig anfühlen. Zu viel Planung bremst mich eher, als dass sie mich voranbringt. Das heißt nicht, dass ich mir nie einen Überblick verschaffe – nur dass er auf eine andere Weise entsteht als mit einem klassischen „Briefing“.

Ich erschaffe, weil ich erschaffen möchte. Der Drang, es fühlen zu müssen, spüren zu wollen, jetzt sofort aktiv zu werden, ist viel zu hoch. So hoch, dass es, wenn ich es nicht sofort mache, wie an mir vorbeizieht.

Ich muss mit den Händen direkt dran sein. Ein Grund, warum ich mich zunehmend von einem rein „digitalen“ Prozess distanziere. Natürlich gibt es Details, die ich noch am Computer erschaffe – einfach weil es die Arbeit erleichtert. Dennoch möchte ich vieles so lange analog machen, wie es sich für mich richtig anfühlt. Und wenn es heißt, die Typografie für meinen Flyer zur nächsten Ausstellung traditionell zu gestalten, dann setze ich am Ende nur noch die Bilder am PC zusammen.

Es ist vielleicht ungewöhnlich in einer Welt, in der Technik so weit fortgeschritten ist. Aber mit den Händen arbeiten wirkt wie ein Stück Magie … wie eine Achtsamkeitsübung … wie „Erdung“ (ist das ein Wort?) … etwas, das ich persönlich über digitales Arbeiten selten wiederfinde.

Ich möchte meinem Herzen folgen, statt an “Regeln” oder “Normen” festzuhalten. Statt mich anzupassen …

Das heißt nicht, dass ich ohne Struktur arbeite – nur dass ich mir meine eigene Version davon bilde.
Ich schaffe mir Rahmenbedingungen, die für mich funktionieren. Und diese Rahmenbedingungen geben mir die Freiheit, auf eigene Weise ans Ziel zu gelangen.

Und das ist okay.

Bis dann
Dominique

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